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Wer braucht ein Gefahrstoffkataster?

15.01.2025Recht

Die Frage, ob Ihr Unternehmen ein Gefahrstoffkataster benötigt, ist für viele Betriebe nicht sofort klar. Die gesetzlichen Vorgaben sind umfangreich und hängen von verschiedenen Faktoren ab.

Die gesetzliche Grundlage

Die Pflicht zur Führung eines Gefahrstoffverzeichnisses ergibt sich aus § 6 Abs. 12 GefStoffV. Sie verpflichtet jeden Arbeitgeber, der Tätigkeiten mit Gefahrstoffen durchführen lässt, ein Verzeichnis aller verwendeten Gefahrstoffe zu führen — unabhängig von Mengen oder Mitarbeiterzahl.

Wann besteht die Verzeichnis-Pflicht?

  • Sobald Tätigkeiten mit Gefahrstoffen ausgeführt werden — schon ab dem ersten verwendeten Stoff (§ 6 Abs. 12 GefStoffV)
  • Auch bei geringen Mengen oder gelegentlicher Verwendung — ein Schwellenwert für das Verzeichnis selbst existiert nicht
  • Bei Tätigkeiten mit besonders besorgniserregenden Stoffen (SVHC) gelten zusätzliche Informationspflichten in der Lieferkette (REACH)

Mengenschwellen (Störfall-Verordnung)

Mengenschwellen kommen erst beim Thema Anlagensicherheit ins Spiel: Werden bestimmte Mengen aus Anhang I der 12. BImSchV überschritten, greifen Grund- oder erweiterte Pflichten der Störfall-Verordnung. Das Gefahrstoffverzeichnis nach GefStoffV ist davon unabhängig und gilt auch unterhalb dieser Schwellen.

Konsequenzen bei Nichtbeachtung

Die Nichteinhaltung kann erhebliche Konsequenzen haben: von Bußgeldern bis hin zu strafrechtlicher Verfolgung bei Gesundheitsschäden.

Gefahrstoffkataster Pflicht: Was passiert bei Nichteinhaltung?

Wer seiner Pflicht zur Führung eines Gefahrstoffkatasters nicht nachkommt, riskiert ein empfindliches Bußgeld. Die Höhe richtet sich nach der Schwere des Verstoßes — bei wiederholten oder schwerwiegenden Fällen können mehrere zehntausend Euro fällig werden.

Bei einem Arbeitsunfall, der auf mangelhaftes Gefahrstoffmanagement zurückzuführen ist, droht zudem eine strafrechtliche Verfolgung des Verantwortlichen. Im zivilrechtlichen Bereich können Schadensersatz- und Regressansprüche hinzukommen.

Die Berufsgenossenschaften kontrollieren regelmäßig — ein vollständiges, aktuelles Kataster ist dabei der beste Nachweis Ihrer Sorgfaltspflicht. Digitale Lösungen wie Gefahrstoffregister helfen Ihnen, compliant zu bleiben und keine Fristen zu verpassen.

Fazit

Die sichere Seite ist immer die beste Wahl. Ein digitales Gefahrstoffkataster hilft Ihnen, compliant zu bleiben und Ihre Nachweispflichten zu erfüllen.

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