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Gefahrstoffkataster erstellen: Schritt-fuer-Schritt-Anleitung

Ein Gefahrstoffkataster zu erstellen scheint komplex, ist aber mit der richtigen Anleitung gut machbar. Diese Anleitung zeigt Ihnen alle notwendigen Schritte.

Schritt 1: Bestandsaufnahme

Beginnen Sie mit einer vollständigen Bestandsaufnahme aller Bereiche, in denen Gefahrstoffe verwendet oder gelagert werden:

  • • Lager- und Produktionsraeume
  • • Werkstaetten und Arbeitsbereiche
  • • Transportunternehmen und Laderampen
  • • Reinigungs- und Wartungsbereiche

Dokumentieren Sie alle Orte, an denen Stoffe gelagert oder umgefüllt werden. Auch kleine Mengen zählen - entscheidend ist die Gefahrenklasse, nicht die Menge.

Schritt 2: Gefahrstoffe identifizieren

Identifizieren Sie alle Stoffe, die Gefahrstoffe sind oder solche enthalten. Prüfen Sie dabei:

Typische Gefahrstoffe im Betrieb

Reinigung:
  • Allzweckreiniger (entzündlich)
  • Entfetter und Lösemittel
  • Desinfektionsmittel
Wartung:
  • Motoröle und Schmierstoffe
  • Bremsflüssigkeiten
  • Kühlmittel
Produktion:
  • Klebstoffe und Harze
  • Farben und Lacke
  • Säuren und Laugen
Bau:
  • Bitumen und Bitumenkleber
  • PU-Schaeume und Dichtmittel
  • Zement und Mörtel (chromathaltig)

Fuer jeden identifizierten Stoff benötigen Sie das Sicherheitsdatenblatt (SDB) vom Lieferanten. Falls kein SDB vorhanden ist, wenden Sie sich an den Hersteller oder nutzen Sie unsere Stoffdatenbank.

Schritt 3: Kennzeichnung prüfen

Prüfen Sie, ob alle Gefahrstoffe korrekt nach CLP gekennzeichnet sind. Die CLP-Verordnung (Verordnung (EG) Nr. 1272/2008) regelt die EU-weite Kennzeichnung:

  • 1.GHS-Piktogramme - Rautenfoermig mit schwarzem Symbol auf weissem Grund mit rotem Rand
  • 2.Signalwort - “Gefahr” oder “Achtung” je nach Schwere
  • 3.Gefahrenhinweise (H-Sätze) - z.B. H226 für entzündliche Flüssigkeiten
  • 4.Sicherheitshinweise (P-Sätze) - Empfehlungen zur sicheren Handhabung

Schritt 4: Dokumentation im Kataster

Erfassen Sie alle identifizierten Gefahrstoffe systematisch in Ihrem Kataster. Das Verzeichnis muss enthalten:

  • Handelsname und chemische Bezeichnung
  • CAS-Nummer und EG-Nummer
  • Gefahrenklassifizierung (GHS-Klassen)
  • Lagerort und maximale Menge
  • Verweis auf Sicherheitsdatenblatt

Speichern Sie alle Sicherheitsdatenblaetter elektronisch oder physisch ab, sodass sie fuer alle Mitarbeiter zugaenglich sind. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben.

Schritt 5: Software nutzen

Die Erstellung und Pflege eines Gefahrstoffkatasters per Hand oder in Excel ist zeitaufwändig und fehleranfällig. Professionelle Software-loesungen bieten entscheidende Vorteile:

Automatische Funktionen

  • • Import aus Sicherheitsdatenblaettern
  • • Automatische CLP-Klassifizierung
  • • Zusammenlagerungsprüfung in Echtzeit
  • • Mengen-Alerts bei Schwellenwerten

Compliance-Vorteile

  • • Immer aktuelle Rechtslage
  • • Revisionssichere Dokumentation
  • • Export für Behörden-Audits
  • • Erinnerung an Fristen und Prüfungen